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Die Geschwister Matz aus Packerau

 

Die Geschwister Matz aus Packerau

Oma Anna hatte drei Schwestern und drei Brüder

 

Meine Schwester Therese Matz war verheiratet mit Otto Schardt und lebte bis 1945 in Baiersfelde (Bajohren) bei Tharau. Sohn Fritz ist in Mühle Mahnsfeld geboren. Der Ort lag, grenzwertig, im Kirchspiel Mahnsfeld, Kreis Königsberg. Fritz war später Gespannführer auf dem Gut Anker in Baiersfelde. Therese starb noch auf der Flucht und wurde von Tochter Lisbeth begraben. Sie floh mit ihrer Schwester Christel nach Westdeutschland. Otto Schardt soll beim Volkssturm gewesen sein. Von ihm fehlt jede Spur.

 

THERESES

 Therese Schardt, geb. Matz

Mein Bruder Gustav Matz war in zweiter Ehe mit Anna, geb. oder verwitwete Waschkau verheiratet, sie hatten zwei Kinder. Diese Familie lebte bis zur Flucht 1945 in Packerau. Anna brachte Tochter Agnes mit in die Ehe. Gustav adoptierte Heinz. Gustav arbeitete auf einer Ziegelei in Arnsberg, nahe Packerau. Über Gustavs Schicksal während der letzten Tage in Ostpreußen ist nichts bekannt. Er gilt als verschollen.

Gustav-Agnes-Fritz2Gustav Matz mit Stieftochter Agnes und Neffe Fritz Schardt

 

Mein Bruder Franz Matz *1902 in Packerau lebte später in Königsberg in der Yorckstraße 93:


ABMatz 2

Auszug Kgb. Adressbuch 1935 *

Schulen in der Yorckstr. Foto 1889 - 1914-1-Kopie-1Schulen in der Yorckstraße *

Yorkstr. - Littauer Wall-Str. - Sackheim - Weisenh-Kopie-1Yorckstraße einst, aus der Vogelperspektive *

Yorkstr.---Nr.-1---ul-1812-goda---Weisenhausplatz-Nr.-2-1.jpg1.Yorckstraße, heutiger Straßenname = ul.1812 goda *

Yorckstr.-1-Kopie-1.jpgEinblick in die Yorckstr. heute *

Yorkstr.---2-1.jpgYorckstraße 2-1 *

Yorkstr-jpgYorckstraße*

Yorckstr. Plan 1928-1Yorkstraße, Plan von 1928 *

Yorkstr.-78-80---Alte-Feuerwache-1-Kopie-1.jpgYorckstraße 78-80: Alte Feuerwache *

 

Dort war Franz Matz Kutscher und Arbeiter in einer Königsberger Papier- bzw. Zellstoff-Fabrik. Hier bediente und wartete er die Zellstoff Kocher.


AB 1935 Papier obere TeilPapiergroßhandlungen gab es in Königsberg viele. In welcher war Franz beschäftigt? *


K-nigsberger-Zellstofffabrik---Feldm-hle--Lieper-Weg-1.jpgVielleicht war es die Zellstoff-Fabrik im Lieper Weg? *

  Papierfabrik ca. 1912Papierfabrik ca. 1912 *

Im Krieg war Franz in Frankreich und verlor ein Auge. Er kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft. In welcher deutschen Einheit und in welchem Lager er war, ist ungewiss.

Später kehrte er heim zu Frau und Kindern die nach der Flucht in Harsefeld lebten. Sein Sohn Wolfgang erinnert sich: Ende der 1940er, oder Anfang der 1950er Jahre kam mein Vater plötzlich in einem riesigen Ami-Schlitten mit Chauffeur zu Hause vorgefahren. Im Krieg hatte er ein Auge verloren. Er war vom Wesen sehr verändert, leicht reizbar und schnell aufbrausend. Es war nicht leicht mit ihm, vor allem nicht für unsere Mutte.

Nach seiner Rückkehr hielt er noch Briefkontakt zu den drei Geschwistern und zu seinen Neffen und Nichten. Auch zu mir, die ich in der SB-Zone lebte. Er schickte mir Briefe und Fotos. U.a. diese:

Franz MatzFranz Matz mit Frau Trude, geb Weigang und Kindern. Trude stammte aus Piaten

Familie Franz Matz

Franz nach seine Rückkehr aus amerikanischer Gefangenschaft mit Familie in Harsefeld

Meine Schwester Minna Matz heiratete Erich Prieß. Er war Strassenbahnfahrer. Sie hatten eine Tochter mit Namen Käthe oo Dornbusch. Erich war Bus- oder Straßenbahnfahrer in Königsberg. Dort lebte er mit Minna und Töchterchen Käthe in der Straße Nasser Garten:

Nasser-Garten-45---Bewohner.jpg

                                        Kraftwagenführer Prieß im Kgb. Adressbuch 1935 *

 

Nasser-Garten-Plan-1928.jpgNasser Garten auf einem Plan von 1928 *

 Prie--Emil--Kraftfahrer--Nasser-Garten-45.j.jpg

Emil Prieß als Bewohner von Nasser Garten 45, Kgb. Adressbuch 1935 *

Nasser-Garten---Burgenlandstr-jpgNasser Garten *

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Mit * gekennzeichnete Fotos und Pläne wurden von einer ehemaligen Königsbergerin eingereicht. Das sich die Leserin dieser Seiten sehr viel Mühe bei der Recherche und Übersendung gemacht hat, wird bei der Betrachtung klar. Darüber hinaus sendete sie mir ein Strassenverzeichnis von Königsberg, welches in Deutsch-Russisch verfasst ist.

Dieses Strassenverzeichnis ist hier in PDF-Format zum Download eingestellt.

Herzlichen Dank, liebe Königsbergerin für deine Mühe und Bereitsstellung dieses Materials!

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Minna, Käthe, ErichNoch in Königsberg: Minna Matz mit Tochter Käthe und Mann Emil Prieß

Schwerster Minna führte in Königsberg natürlich ein anderes Leben als Therese und ich auf dem Land. Auch war der Verdienst meines Schwagers Emil wohl ein anderer, als unsere Männer ihn als Landarbeiter mit nach Haus brachten.

Wie sie geflohen ist, kann ich nicht sagen. Aber Minna kam bis Westerstede und lebte dort bis zu ihrem Tod. Was aus Emil und Käthe geworden ist, bleibt ungewiss. Auch Minna hatte im Westen Kontakt mit ihren Geschwistern, Nichten und Neffen, siehe Foto unten:

MinnaMinna in den 1960ern in Behrendsen. Dort lebte Neffe Heinz Matz, der Sohn von Anna und ganz in der Nähe Fritz Schardt, der Sohn von Therese

Minna, Franz und Ernst waren von uns sechs Geschwistern die dominanteren und eigensinnigsten.... aber das gehört in ein anderes Kapitel.

 

Mein Bruder Ernst Matz wurde am 22.1.1917 in Packerau geboren und war also das Nesthäckchen der Familie. Unser Vater Heinrich war bei seiner Geburt 47 Jahre alt, unsere Mutter Amalia ungefähr anfang oder mitte 40.

Ernst war 28 Jahre jünger als ich, seine älteste Schwester. Er war damit auch jünger als meine Söhne, seine Onkel, Karlchen und Gustav Thiel. Er wuchs mitten in die Geschehnisse des 1. Wk hinein und deren Nachwehen:

Packerau blieb verschont von russischen Angriffen. Unsere Tharauer Taufkirche war nach dem grossen Feuer wieder neu aufgebaut. Mein Mann Karl Thiel war um diese Zeit schwer im Krieg verwundet worden. Das Leben in diesen Jahren in Ostpreußen war gezeichnet durch Armut und Not. Aber es folgte auch der Aufstieg im Land. Ostpreußen war die Kornkammer des Reiches, Stadt Königsberg wurde nationaler Ausstellungsort, es wurden neue Wohnhäuser für die Landbevölkerung gebaut. Die Rentenversicherung setzte sich durch.

Mein Bruder Ernst entwickelte sich als feiner Herr, legte Wert auf Äusseres und Kleidung. Er wurde sehr jähzornig, als sich Neffe Fritz Schardt mal seinen guten Mantel im Spass borgt...

1935-36 wird nahe Tharau, in der Landgemeinde Jesau, ein Flugplatz errichtet. Natürlich sollte er geplant folgenden, militärischen Zwecken dienen.

Da war Ernst 18 Jahre alt. Er wurde Flieger. Sein militärischer Werdegang und Stationen seines Lebens bleiben unklar. Von Ernst gibt es nur dieses eine Foto:

Ernst-Matz-1.jpg

Benannt als Unteroffizier bei der Luft-Verkehrsstaffel in Berlin Tempelhof erreicht uns die letzte Meldung von Ernst 1944. Er wurde 27 Jahre alt.

WAST Ernst Matz

Unser Bruder hatte sich das Leben mit der Dienstpistole genommen. Grund dafür war Liebeskummer. Er hatte ein Verhältnis mit der Ehefrau eines obersten Vorgesetzten begonnen.

Trotz dessen wurde er hier bestattet:

Ernst Matz ruht auf der Kriegsgräberstätte in Berlin - Neukölln - Garnisonfriedhof Columbiadamm.

Endgrablage: Feld N32 Reihe 1 Grab 12

Quelle: Volksbund

Nachkommen von Ernst sind ungewiss. Es wäre sehr schön, wenn es solche gäbe!

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Ende des Kapitels: Geschwister Matz aus Packerau

 

Für weitere Hinweise zu allen hier genannten Personen und Themen bitte eine Nachricht senden an

aennchen@tharauvillage.de

 

 

 


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